Krippenspiel der Engel

geschrieben von Ilena Grote 2020 - aufgeführt durch die Konfirmanden der Langlinger              St. Johanniskirche anlässlich des Weihnachtsfests 2020. Aufgrund Corona wurde es Verfilmt und veröffentlicht.

(für 10 Personen)

Engel: 1. Gabriel (der Bote) 2. Michael (der Sieger) 3. Rafael ((der Arzt) 4. Uriel (der Beschützer) 5. Barachiel (der Helfer) 6. Jehudiel (der Wohltäter) 7. Sealthiel (der Beter) 8. Ariel (der Barmherzige) 9. Eiaiel (die Wonne der Menschenkinder) 10.Leiazel (der sich freut) 

 

Die Bühne ist eine große Wolke. Vor der Bühne sieht der Zuschauer eine Krippe in Miniaturform. Alle Engel befinden sich auf der Bühne. Mehrere spielen ein Instrument, alle spielen durcheinander. Michael (Ohrenschützer) sitzt und liest in einem Buch. Gabriel spielt gelangweilt mit einem Jojo. Uriel liegt auf dem Bauch oder hockt am Rand der Wolke und beobachtet gespannt das Treiben auf der Erde (an der Krippe). Das Spiel beginnt:

 

Sealthiel: Könnten wir uns vielleicht mal auf eine Melodie verständigen?

Barachiel: Ich schlage vor, dass wir mal Bachs fünftes Konzert üben.

Ariel: Also ich bin ja eher für „Pour Elise“ Das ist so melodisch.

Leiazel: Das ist nur für Piano. Ich möchte aber was mit Flöte spielen.

Barachiel: Dann doch lieber Carl Orff.

Sealthiel: Nur das nicht. Dann doch lieber Beethovens Ode an die Freude.

Jehudiel: Mir ist es egal. Aber es wäre schön, wenn wir uns auf eins einigen könnten.

Uriel: Seid mal alle still. Da unten auf der Erde tut sich was.

Eiaiel (aufgeregt): Geht`s jetzt endlich los?

Uriel: Ich glaub schon. Ich sehe sie schon.

Rafael: Was siehst du?

Uriel: Na, Josef und Maria.

Jehudiel: Josef und Maria? Welcher Josef und was für eine Maria?

Gabriel: Die Prophezeiung- ihr wisst doch. Ich habe es euch doch erzählt. Ist es jetzt endlich so weit, dass Maria das Kind bekommt, den Sohn Gottes, der die ganze Welt erretten wird? Uriel: Ich glaube die Zeit ist da. Sie sind gerade in Bethlehem angekommen.

Bild einfügen (Josef und Maria auf den Weg ins Dorf.)

Gabriel: Aber warum sind sie bei diesem Wetter und in Marias Zustand so weit fort von Nazareth, ihrer Heimat?

Sealthiel: Kaiser Augustus hat befohlen, dass alle Welt sich schätzen lassen müsse. Deshalb solle jeder an seinen Geburtsort zurückkehren.

Ariel: Ach, die Armen! Jetzt müssen sie sich auf die beschwerliche Reise machen. Wie gut, dass Maria auf einem Esel reiten kann.

Rafael: Eine wirkliche Erleichterung ist das aber nicht. Schau mal, wie müde und erschöpft sie ausschaut.

Uriel: Aber jetzt gerade geht Josef an ein Haus und klopft. Wahrscheinlich bittet er um eine Unterkunft.

Jehudiel: Na dann, werden sie sich ja etwas ausruhen können.

Uriel: Aber schaut doch, der Mann schüttelt mit dem Kopf.

Sealthiel: Jetzt gehen sie zum nächsten Haus, das ist eine Herberge. Da werden sie schon unterkommen.

Leiazel: Ich freue mich! Dann kann Maria das Kind in einer guten Umgebung zur Welt bringen. Uriel (entrüstet): Nein seht doch, der Wirt schlägt ihnen die Tür vor der Nase zu.

Bild einfügen (Josef und Maria vor einer Tür mit Wirt)

Michael wird aufmerksam, nimmt die Ohrenschützer ab und kommt hinzu.

Michael: Was ist da los?

Ariel: Josef und Maria suchen nach einer Unterkunft, aber sie werden überall abgewiesen. Eiaiel: Und ich glaube, das Kind kommt bald. Lange wird es nicht mehr dauern. Vermutlich schon in dieser Nacht.

Michael: Das gibt es doch gar nicht. Nun seht doch. Hier hat jemand Erbarmen und führt sie zu einer Herberge. Alles gar nicht so schlimm.

Leiazel: Oh wie schön, oh wie schön! Rafael: Eine Herberge? Das ist doch keine Herberge, das ist ein Stall. Sieh doch, dort schläft ein Ochse. Das ist eine Unterkunft für den Esel, aber nicht für die Mutter eines zukünftigen Königs.

Eiaiel: Das ist nicht recht, dass der Sohn Gottes in einem Stall geboren wird.

Jehudiel: Nein, das ist nicht recht, aber was können wir tun?

Barachiel: Kommt lasst uns singen und musizieren, und so den König freundlich empfangen. Je lauter umso besser, damit es auf Erden erklingt, das Lied: Ihr Kinderlein kommet.

Lied: Ihr Kinderlein kommet…

Bild einfügen (Josef u. Maria im Stall, Krippe, Esel, Ochse usw.)

Eiaiel: Ach wie süß. Da liegt es das Kindlein auf Heu und auf Stroh. Und seine Eltern sind so glücklich. Und das in so einem dunklen Stall zwischen Ochse und Esel. Barachiel, schick doch mal einen Stern damit es ihnen nicht gruselt.

Barachiel: So soll es sein.

Ariel: Aber sie sind schon sehr allein. Niemand weiß, dass gerade der Sohn Gottes geboren ist. Wen könnte man denn mal benachrichtigen?

Rafael: Als allererstes sollte man doch Kaiser Augustus Bescheid geben. Schließlich muss er doch wissen, dass ein neuer König geboren ist, und seine Tage gezählt sind.

Uriel: Gerade der. Der hat doch alles, was er will. Und nur wegen ihm ist das Kind in einem Stall geboren.

Gabriel: Wir sollten aber schon jemandem Bescheid geben.

Leiazel: Gabriel, schau mal, dort in der Nähe des Stalls sind Hirten mit ihren Schafen auf der Weide. Das sind rechtschaffende Menschen, die dort ihre Arbeit verrichten. Bring ihnen die frohe Botschaft.

Gabriel: Das werde ich tun. Das Kind ist der König der Unterdrückten, also sollen sie als erstes von seiner Geburt erfahren. (Gabriel geht von der Bühne.)

Bild einfügen (Hirten auf dem Feld, Schafe, Engel)

Uriel: Jetzt hat Gabriel wieder seinen großen Auftritt.

Michael: Aber auch mit entsprechender Wirkung. Da hat Gabriel ganze Arbeit geleistet. Seht nur, wie verblüfft die Hirten sind.

Jehudiel: Jetzt könnten sie sich langsam auf den Weg machen. Warum zögern sie?

Michael: Vermutlich überlegen sie, ob sie die Tiere allein lassen können.

Ariel: Jetzt gehen sie los. Endlich!

Eiaiel: Lasst uns singen, damit sie uns hören und das Kind suchen. Lasst uns singen: Kommet ihr Hirten…

Lied: Kommet ihr Hirten…

Gabriel kommt zurück.

Gabriel: Lasst mich mal schauen. Sind sie angekommen? Haben sie das Kind gefunden? Ich hatte Ihnen ja gesagt, dass sie nach dem Stern Ausschau halten sollen.

Eiaiel: Und hast du ihnen gesagt, dass sie ein Kind finden werden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen?

Gabriel (etwas genervt): Selbstverständlich habe ich das. Genauso wie ich es den drei Weisen aus dem Morgenland vorhergesagt habe. Sind die denn schon da?

Sealthiel: Noch nicht, aber sie sind bereits unterwegs. - Ach war das aufregend. Ich freue mich schon, wenn ich morgen wieder auf meiner Wolke liegen und einfach nur so vor mich her flöten kann.

Rafael: Und trotzdem wird morgen nichts mehr so sein, wie es gestern noch war. Denn heute ist uns der Heiland geboren.

Gabriel: Dann lasst uns in dieser Nacht des Wunders noch innehalten, damit die Besinnlichkeit und der Friede, der durch die Geburt des Kindes über uns gekommen ist, noch lange anhält. Lasst uns das Lied: Stille Nacht, singen.

Abschlussbild einfügen: Krippe m. allen Beteiligten

Lied: Stille Nacht, heilige Nacht